Diverse
- Konrektoren-Studie II
- ---------------------
- Service Uni
- ---------------------
- ( Nicht nur für Studenten )
- Film zum Lernen lernen
- Aufsätze - PDF
- Zusatzmaterialien
- ---------------------
- Publikationen
- --- chronolog. Verzeichnis
- --- Verzeichnis (Rubriken)
- ---------------------
- Weblinks - Sammlung
- Übersicht - Sitemap
- ---------------------
- Administrator
Rezension von: WINKEL, Rainer: Theorie und Praxis der Schule
Rezension von:
Rainer Winkel ist es gelungen, einen aktuellen, ganz eigenen, theoretischen und auch praktischen Zugang zur Schule zu finden. Er versucht, Schule als "Haus des Lebens und Lernens" darzustellen. Dieses Haus besteht aus einem Keller, einem Erdgeschoss, aus drei Stockwerken und einem Dachgeschoss. Die einzelnen Geschosse sind wiederum in diverse Zimmer und Räume aufgeteilt. Hinter dieser bildhaften Einteilung verbergen sich wichtige, altbekannte und auch aktuelle Problemkreise der allgemeinbildenden Schule.
Als Fundament des Ganzen, - um im Bild zu bleiben - als Kellergewölbe, fungieren Gedanken von Johann Amos Comenius zur Didaktik und Mathetik. Winkel leitet daraus den Sinn von Schule, ihr humanes Potential, ihre Reform, lebenslanges Lernen und die Betonung der Schülerperspektive ab. Hierbei ist zu fragen, ob die Erkenntnisse des Comenius allein tatsächlich als tragendes Fundament der Schule ausreichen oder ob nicht andere wie beispielsweise Melanchton, Pestalozzi oder Herbart auch "Säulen" für das "Haus des Lebens und Lernens" abgeben könnten.
Die darüber liegende, weitere Basis - das Erdgeschoss des Schulhauses - verweist zunächst auf den Zusammenhang zwischen Theorie, Praxis und Kunst, bevor sich darin die Analysen einiger relevanter, bisher vorgelegter Theorien der Schule auftun. Diese werden positiv gewürdigt und auf ihre Ergänzungsbedürftigkeit hin untersucht.
Der erste Stock besteht aus drei großen Zimmern. Wo immer unterrichtet wird, hat dies zum ersten mit politischen und familiären Absichten zu tun. Zweitens wendet man sich den (schul-) grundlegenden Aufgaben von Religion, Anthropologie und Philosophie zu. Und drittens gilt es die Triade Erziehung, Bildung und Schule zu durchdringen.
Der zweite Stock enthält sieben Zimmer, die unter dem Leitgedanken "Schulreform peu à peu" stehen. Dabei werden personale, didaktische, kommunikative, lerndiagnostische, extracurriculare und strukturelle Reformen relativ breit dargestellt und diskutiert. Die Forderung nach einer neuen Konzeption der "elastischen Schule" erscheint dabei besonders interessant und diskussionswürdig.
Im darauf folgenden Abschnitt, im dritten Stock, geht es um die Problematik der Fortbildung. Hierbei werden im besonderen Ansätze und Möglichkeiten zur schulinternen Fortbildung von Lehrkräften, zur Schulentwicklung, aber auch zur Aus- und Weiterbildung von Personen der Schulleitung und Schulaufsicht erörtert.
Auf dem Flachdach des Schulhauses führen diverse wissenschaftliche Autoritäten aus verschiedenen Jahrhunderten von Aristoteles über Ptolemäus, Galilei, Descartes etc. bis hin zu Einstein, Hubble oder Hawkins einen imaginären Disput, in dem schließlich Comenius zur Quintessenz kommt. Das "Haus des Lernens" hat sich eine dreifache Aufgabe zu eigen zu machen: Der Lehrende muss sich immer wieder fragen, was da ist, wodurch dieses so ist und wozu das alles gut ist. Es gilt also letztlich den Sinn zu klären und zu geben.
Das Buch besticht durch seine Klarheit und Prägnanz ebenso wie durch seine äußere Gegliedertheit und Übersichtlichkeit. Winkels unnachahmlicher Stil, durch eigene empirische (Schul-) Erfahrungen Geschichten zu erzählen, wird nicht jedermanns Geschmack treffen. Durch diese gewählte Stilform ist man leicht vorschnell versucht, die Tiefe der dargestellten Gedanken, die Schärfe der aufgezeigten Argumentation und auch die Menge der fundierten Arbeit zu übersehen. Die Exkurse - die Balkone und Erker des Schulhauses - sind hilfreiche Anleitungen für Aufgaben, die dem geistigen Durchdringen des Beschriebenen oder die der Entspannung dienen. Auch die ansprechenden Tuschezeichnungen sowie eingestreute tiefe Weisheiten machen die vorgelegte Publikation zu einem fachlichen Lesebuch, das nicht den Charakter einer trockenen Theorieschrift besitzt. Insofern erscheint das Buch nicht nur von seinem schulpädagogischen Inhalt, sondern auch von seinem Stil und von seinem Layout her für Lehrkräfte (Schulpraktiker), Studenten und wissenschaftlich Interessierte (Schultheoretiker) gleichermaßen lesens- und reflektierenswert.
WINKEL, Rainer: Theorie und Praxis der Schule. Oder: Schulreform konkret - im Haus des Lebens und Lernens. Schneider Verlag Baltmannsweiler 1997, 383 Seiten, 56.- DM
Rainer Winkel ist es gelungen, einen aktuellen, ganz eigenen, theoretischen und auch praktischen Zugang zur Schule zu finden. Er versucht, Schule als "Haus des Lebens und Lernens" darzustellen. Dieses Haus besteht aus einem Keller, einem Erdgeschoss, aus drei Stockwerken und einem Dachgeschoss. Die einzelnen Geschosse sind wiederum in diverse Zimmer und Räume aufgeteilt. Hinter dieser bildhaften Einteilung verbergen sich wichtige, altbekannte und auch aktuelle Problemkreise der allgemeinbildenden Schule.
Als Fundament des Ganzen, - um im Bild zu bleiben - als Kellergewölbe, fungieren Gedanken von Johann Amos Comenius zur Didaktik und Mathetik. Winkel leitet daraus den Sinn von Schule, ihr humanes Potential, ihre Reform, lebenslanges Lernen und die Betonung der Schülerperspektive ab. Hierbei ist zu fragen, ob die Erkenntnisse des Comenius allein tatsächlich als tragendes Fundament der Schule ausreichen oder ob nicht andere wie beispielsweise Melanchton, Pestalozzi oder Herbart auch "Säulen" für das "Haus des Lebens und Lernens" abgeben könnten.
Die darüber liegende, weitere Basis - das Erdgeschoss des Schulhauses - verweist zunächst auf den Zusammenhang zwischen Theorie, Praxis und Kunst, bevor sich darin die Analysen einiger relevanter, bisher vorgelegter Theorien der Schule auftun. Diese werden positiv gewürdigt und auf ihre Ergänzungsbedürftigkeit hin untersucht.
Der erste Stock besteht aus drei großen Zimmern. Wo immer unterrichtet wird, hat dies zum ersten mit politischen und familiären Absichten zu tun. Zweitens wendet man sich den (schul-) grundlegenden Aufgaben von Religion, Anthropologie und Philosophie zu. Und drittens gilt es die Triade Erziehung, Bildung und Schule zu durchdringen.
Der zweite Stock enthält sieben Zimmer, die unter dem Leitgedanken "Schulreform peu à peu" stehen. Dabei werden personale, didaktische, kommunikative, lerndiagnostische, extracurriculare und strukturelle Reformen relativ breit dargestellt und diskutiert. Die Forderung nach einer neuen Konzeption der "elastischen Schule" erscheint dabei besonders interessant und diskussionswürdig.
Im darauf folgenden Abschnitt, im dritten Stock, geht es um die Problematik der Fortbildung. Hierbei werden im besonderen Ansätze und Möglichkeiten zur schulinternen Fortbildung von Lehrkräften, zur Schulentwicklung, aber auch zur Aus- und Weiterbildung von Personen der Schulleitung und Schulaufsicht erörtert.
Auf dem Flachdach des Schulhauses führen diverse wissenschaftliche Autoritäten aus verschiedenen Jahrhunderten von Aristoteles über Ptolemäus, Galilei, Descartes etc. bis hin zu Einstein, Hubble oder Hawkins einen imaginären Disput, in dem schließlich Comenius zur Quintessenz kommt. Das "Haus des Lernens" hat sich eine dreifache Aufgabe zu eigen zu machen: Der Lehrende muss sich immer wieder fragen, was da ist, wodurch dieses so ist und wozu das alles gut ist. Es gilt also letztlich den Sinn zu klären und zu geben.
Das Buch besticht durch seine Klarheit und Prägnanz ebenso wie durch seine äußere Gegliedertheit und Übersichtlichkeit. Winkels unnachahmlicher Stil, durch eigene empirische (Schul-) Erfahrungen Geschichten zu erzählen, wird nicht jedermanns Geschmack treffen. Durch diese gewählte Stilform ist man leicht vorschnell versucht, die Tiefe der dargestellten Gedanken, die Schärfe der aufgezeigten Argumentation und auch die Menge der fundierten Arbeit zu übersehen. Die Exkurse - die Balkone und Erker des Schulhauses - sind hilfreiche Anleitungen für Aufgaben, die dem geistigen Durchdringen des Beschriebenen oder die der Entspannung dienen. Auch die ansprechenden Tuschezeichnungen sowie eingestreute tiefe Weisheiten machen die vorgelegte Publikation zu einem fachlichen Lesebuch, das nicht den Charakter einer trockenen Theorieschrift besitzt. Insofern erscheint das Buch nicht nur von seinem schulpädagogischen Inhalt, sondern auch von seinem Stil und von seinem Layout her für Lehrkräfte (Schulpraktiker), Studenten und wissenschaftlich Interessierte (Schultheoretiker) gleichermaßen lesens- und reflektierenswert.


