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Lernen lernen - Lernen lehren - Kleines Lexikon

LESEPROBE aus dem ‚Kleinen LL-Lexikon‘,

Seite 180 – 235

(Beschreibung von 100 Stichwörtern für Primar- und Sekundarstufe (P/S) mit Literaturangaben und Internet-Adressen):

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Arbeitsaufträge suchen (P)

Sowohl auf Grund der Textfülle in manchen Schulbüchern als auch bei unübersichtlich gestalteten Arbeitsblättern sind manche Schüler nicht in der Lage, Handlungsanweisungen zu finden. Die folgende Suchübung kann als kurzer ‚Lernspot‘ mit jedem Arbeitsblatt und jedem Schülerbuch durchgeführt werden, das Arbeitsaufträge für Lernende der Primarstufe enthält.

Die konkrete Übung, die dem Erledigen eines schriftlich formulierten Arbeitsauftrages im Unterricht vorausgehen kann, verlangt von jedem Lernenden, möglichst schnell die gedruckten Arbeitsaufträge auf dieser Seite bzw. auf diesem Blatt zu finden und (bei Blättern) farbig (mit Markerstift) zu kennzeichnen. Für die Einführung dieser Technik lässt sich ein eigenes Arbeitsblatt herstellen, von dem sämtliche optische Hilfen, die dem besseren Finden des Arbeitsauftrages dienen sollen, entfernt wurden. Beispielsweise sind die Arbeitsaufträge nicht nummeriert und weisen keine Pfeile oder Umrahmungen auf. Ebenso kann das Suchen, Finden und () ‚Markieren‘ als Wettbewerb durchgeführt werden. Stets aber muss den Kindern der Sinn dieser Technik bewusst gemacht wird. Den Lernenden sollte klar werden, dass dieses Suchen die Voraussetzung zum Verstehen und zur selbstständigen Bearbeitung eines Arbeitsauftrages darstellt.

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Diagonal lesen (P/S)

Diagonal lesen dient der Orientierung innerhalb eines Textes. Es geht, wie beim ‚informatorischen Lesen‘ darum, neue Informationen überblickartig aufzunehmen und möglichst ökonomisch Schlüsselstellen im Text zu finden. Dieses rationelle Lesen setzt  ‚Lesen üben‘, das heißt (vor allem in der Primarstufe) die Erweiterung der Blickspannweite und die Steigerung des Lesetempos voraus. Im Anschluss kann man sich der  ‚Fünf-Schritt-Lese-Methode‘, dem  ‚SpeedReading‘ oder dem  ‚PhotoReading‘ zuwenden.

Konkrete (Vor-)Übungen, die neben der Durchführung auch den Sinnzusammenhang im Unterricht klären können, sind:

  • Erweitern der Blickspanne mit Hilfe einer Folie, auf der in jeder Zeile immer längere Wörter oder Ausdrücke stehen. Jeder Primarschüler muss den kurz aufgeblendeten Ausdruck notieren. Am Ende erfolgt eine Selbstkontrolle der Lernenden ( Lesen üben).
  • Aus kurzen unzusammenhängenden Textabschnitten (auf Folie oder Arbeitsblatt) sollen die (Sekundar-)Schüler möglichst schnell beispielsweise einen Namen oder einen Ort herauslesen.
  • Ein einseitiger einfacher Informationstext zu einem Sachthema muss in relativ kurzer Zeit ‚überflogen‘ werden. Daraufhin sollen auf der Rückseite Fragen zum Text beantwortet werden. Die Lesezeit ist so bemessen, dass man durch ein wörtliches Lesen nur einen Teil des Textes aufnehmen kann.

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Fehler suchen (P/S)

Eine konkrete Möglichkeit, den Blick spielerisch für Fehler zu schärfen, ist für die Primarstufe der Einsatz von () ‚Fehlerbildern‘. Unterrichtsrelevant kann in der Grundschule der Blick für die eigenen Lernfehler durch gezielte Aufforderung zur Fehlersuche (vor allem im Rechtschreiben und in Mathematik) erfolgen. Dabei sollte die Fehlersuche von der Lehrperson bewusst nicht mit Leistungsbewertungen verknüpft bzw. entsprechenden Schüleräußerungen gezielt entgegengesteuert werden (vgl. ‚Fehlerkultur‘ 3.3). In den höheren Schülerjahrgängen sind Fehler vorher erarbeiteten Kategorien (z. B. im Rechtschreiben: Groß- und Kleinschreibung oder in Mathematik: gemeinsamer Nenner) zuzuordnen, um auf diese Weise Häufigkeit und Qualität festzustellen. Dazu haben sich einfache Diagnosebögen bewährt, die für jeden Schüler angelegt, Lernbegleiter und Evaluationsinstrument zugleich sind. Auch hier gilt es im Sinne des ‚mathetischen Lernenlehrens‘ den Zusammenhang zwischen Fehlern und Lernchancen mit den Schülern herauszuarbeiten ( Fehler berichtigen/verbessern).

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KIM-Spiele (P/S)

... Das Training der fünf Sinne kann sich positiv auf die Konzentration und die Merkfähigkeit des Lernenden auswirken. Kimspiele können im Unterricht als Konzentrations-, Beruhigungs- und Sammelübungen sowie in Fachbereichen wie Rechtschreiben oder Fremdsprachen als Merkhilfen angewandt werden.

Konkrete Beispiele sind:

  • Übung 1
     
    Spielversion: Die Schüler erhalten den Auftrag, sich im Klassenzimmer konzentriert umzusehen und sich alles genau einzuprägen. Dann schickt man zwei Schüler vor die Türe. Im Zimmer wird daraufhin ein Gegenstand verändert (z. B. die Tafel zuklappt oder ein Bild abgenommen). Die beiden Schüler werden einzeln hereingerufen und müssen versuchen, den veränderten Gegenstand zu finden. Durch lautes oder leises Klatschen bzw. durch Zurufen von ‚kalt‘,‚warm‘ oder ‚heiß‘ kann man den Suchenden helfen. In der anschließenden Reflexionsphase sollte auch die Erkenntnis, zu ungenau bzw. sehr genau beobachtet zu haben, bewusst erarbeitet werden.
    Arbeitsversion: Im Rechtschreiben oder beim Vokabellernen kann diese ‚Seh-Kim-Übung‘ so gestaltet werden: Auf einem Blatt ist ein Tablett zu sehen, auf dem die zu lernenden Wörter drapiert sind. Nach drei Minuten wird das Blatt abgedeckt und die Schüler müssen versuchen, die Wörter zu schreiben oder deren Bedeutung zu nennen etc.. Auch hier ist die Reflexion über die Genauigkeit des Sehens und Merkens notwendig.

  • Übung 2
     
    Spielversion:
    Man verbindet einer Person die Augen und gibt ihr verschiedene Gegenstände zum Ertasten in die Hand. Nach etwa zehn Nennungen muss der Schüler die Gegenstände der Reihe nach nennen.
    Arbeitsversion: Im Heimat- und Sachkunde- oder im Biologieunterricht können beispielsweise verschiedene Baumrinden oder Waldfrüchte ertastet (‚begriffen‘) und reflektiert werden. Hinweise auf ein ‚vernetztes Lernen‘ schließen sich im Sinne des ‚mathetischen Lernen-Lehr-Konzepts‘ an. ...

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Mnemotechniken (P/S)

Interne Strategien, die bei der Informations- bzw. Wissensaufnahme, bei der Speicherung und beim Abruf von Informationen bzw. Wissen beim Lernenden zum Einsatz kommen können, nennt man Mnemotechniken, Gedächtnistechniken oder vereinfacht ‚Eselsbrücken‘. Diese Lernhilfen gehen bis in die griechische Antike zurück. (Zu dem Gastmahl eines thessalischen Edelmanns war auch der Sänger Simonides von Cheos eingeladen. Während des Mals wurde Simonides vor das Haus gerufen. Während seiner Abwesenheit stürzte das Dach des Gebäudes herab und erschlug alle Gäste sowie den Gastgeber. Für die Beerdigung der Toten konnte nur Simonides die bis zur Unkenntlichkeit verstümmelten Leichen identifizieren. Der Sänger hatte sich mit Hilfe der Loci- oder Ortmethode gemerkt, auf welchen Plätzen die Teilnehmer gesessen hatten.)

Wie immer wieder betont, zielt Lernenlehren darauf ab, den Schülern wirksame Lernhilfen bewusst zu machen, darüber hinaus Anwendungsmöglichkeiten im Unterricht zu suchen und auch umzusetzen. Im Rahmen der Beschreibung eines exemplarischen Lernkurses (vgl. 4.4.3/Punkt: Gedächtnis 1 + 2) werden Realisierungsmöglichkeiten im Unterricht angedeutet.

Folgende konkreten Umsetzungsmöglichkeiten lassen sich als Beispiele anführen:

  • Loci- oder Ortmethode
    Ein ‚Lernspaziergang‘ durch das Klassenzimmer kann den Neuerwerb (z. B. von neuen Wörtern im Rechtschreiben oder im Fremdsprachenunterricht) mit dem ‚Lernort‘ verbinden und damit erleichtern (
    Lernquiz). Die verschiedenen Informationskarten werden an diversen Gegenständen im Raum befestigt (Schnellklebezettel!). Die Schüler wandern still von Karte zu Karte und merken sich bewusst den Ort zum Wort dazu. Auch zur () ‚Lernwiederholung‘ von Inhalten ist diese Methode brauchbar. Das bekannte Spiel der Primarschüler ‚Ich packe meinen Koffer‘ funktioniert nach demselben Prinzip.
  • Lernkette
    Die Methode der ‚Lernkette‘ eignet sich gut zum Merken von (Fach-)Begriffen oder von Vorgängen. Die Termini werden (wie an einer Kette) aneinandergehängt und in möglichst lustige, ausgefallene Geschichten verpackt. Beispielsweise beginnt das Thema ‚Ahnenreihe‘ als ‚Merkgeschichte‘ damit, dass ein Schüler...

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SpeedReading (S)

Die Lesemethode SpeedReading wurde in den siebziger Jahren von Tony Buzan ( Mind-mapping) bekannt gemacht. Ihre Wurzeln reichen aber bis in den Anfang des 20. Jahrhunderts zurück. SpeedReading beruht zunächst auf der Erkenntnis, dass das Auge einen Text auch mit hoher Geschwindigkeit aufnehmen kann. Zudem kann das Gehirn den aufgenommenen Text bei höheren Geschwindigkeiten (ab 400 Wörter pro Minute) wesentlich besser verarbeiten als bei normaler Lesegeschwindigkeit (ca. 200 Wörter pro Minute). Die Idee ist nun, die Augenbewegung so zu trainieren, dass der Text schneller erfasst werden kann. Dabei versucht man vor allem zwei bremsende Effekte, die ‚Regression‘ und das ‚Zurückspringen‘ möglichst auszuschalten. Regression ist ein bewusstes ständiges Zurückkehren zu Wörtern, Sätzen oder Absätzen, von denen man glaubt, man hätte sie falsch oder gar nicht verstanden. Zurückspringen bezeichnet ein unwillkürliches, meist unbewusstes Zurückkehren der Augen zu Wörtern und Sätzen, die man gerade erst gelesen hat.

Konkret sind beispielsweise folgende Schritte wichtig:

  • Man kann das Auge bei seinen Bewegungen unterstützen gleichmäßig und geradlinig dem Text zu folgen., indem man eine einfache Lesehilfe benutzt, wie z.B. einen Bleistift, eine Stricknadel oder ein Essstäbchen. Beim Lesen wird diese Lesehilfe auf der Zeile, die man gerade liest, leicht mitgeführt.
  • Der nächste Schritt zum schnelleren Lesen besteht darin, die Anzahl der Fixierungen (Haltepunkte der Augen) zu verringern. Untersuchungen haben gezeigt, dass ungeübte Leser ungefähr doppelt so viele Fixierungen machen wie notwendig. Das Auge kann aber pro Halt eine ganze Gruppe von Wörtern aufnehmen, und sie gelangen auch dann ins Gehirn, wenn man sich dessen nicht unmittelbar bewusst ist. Man kann daher bei weniger Fixierungen mehr Wörter pro Fixierung aufnehmen und dadurch die Lesegeschwindigkeit steigern. Mit zunehmender Übung lernt das Auge die richtigen Stellen für die Fixierung automatisch zu finden. ...

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Textbearbeitung ‚Exzerpieren‘, ‚Fünf-Schritt-Lese-Methode‘, ‚Informationsumgang‘, ‚Lesen üben‘, ‚Markieren‘, ‚Mind-mapping‘, ‚PhotoReading‘, ‚Präsentieren‘, ‚SpeedReading‘, ‚Tabellen‘, ‚Vorstellungshilfen‘(Siehe auch im Internet: TECHNISCHE HOCHSCHULE ZÜRICH 2000)

Textverstehen ‚Arbeitsanweisungen verstehen‘, ‚Diagonal lesen‘, ‘Informationsumgang‘, ‚PhotoReading‘, ‘SpeedReading‘, Zusammenfassen (Siehe auch im Internet: WILDE 2000!)...