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Hamburger Modell
aus: http://www.uni-leipzig.de/~gbpaed/lehrbausteindid/didmodelle/lerntheoretische.htm [13.11.04] (Link nicht mehr vorhanden!)
‚Hamburger Didaktik’
nach Otto/Schulz
Die lerntheoretische Didaktik ist die Weiterentwicklung der Lehrtheoretischen Didaktik durch Otto/Schulz zum so genannten „Hamburger Modell“. Im Mittelpunkt der lehrtheoretischen Didaktik (das so genannte Berliner Modell) stehen Begriffe, die sich mit der Beobachtung und Planung von Unterricht auseinandersetzen. Diese Begrifflichkeiten wurden in Entscheidungs- und Bedingungsfelder untergliedert. Im Folgenden werden die wichtigsten Aspekte des „Berliner Modells“ umrissen:
Was heißt nun Strukturanalyse des Unterrichts?
Zur Planung von Unterricht hilft ein relativ einfaches Raster, welches folgende Aspekte enthält:ENTSCHEIDUNGSFELDER(werden vom Lehrer entschieden und bauen auf die Bedingungsfelder auf):
| Intentionalität | Thematik |
| Methodik | Medienwahl |
AUF DIESE ENTSCHEIDUNGSFELDER WIRKEN DIE BEDINGUNGSFELDER:
(Bedingungsfelder sind unveränderbare Tatsachen und Voraussetzungen von Seiten der Schüler, auf die der Lehrer dringend eingehen muss)
Anthropogene Voraussetzungen Soziokulturelle Voraussetzungen
Unterricht wird in diesem didaktischen Modell als Beantwortung folgender Grundfragen geplant
- In welcher Absicht tue ich etwas?
- Was bringe ich in den Horizont der Kinder?
- Wie tue ich es?
- Mit welchen Mitteln verwirkliche ich es?
- An wen vermittle ich es?
- In welcher Situation vermittle ich es?
Das so genannte Berliner Modell, wie oben kurz umrissen, wurde in den späten 60er Jahren von Wolfgang Schulz modifiziert und hieß von nun an „Hamburger Didaktik“:
Hier stehen im Mittelpunkt die vier Ebenen der Unterrichtsplanung:
- Perspektivplanung: Hier wird der Unterricht über einen längeren Zeitraum geordnet (z. B: über ein Schuljahr, Semester) unter Beachtung der Rahmenpläne, individuellen Bedingungen des Unterrichts als Abfolge von Einheiten. Planungsteilschritte können hier sein: Professionelle Vorüberlegungen und Interaktion mit Schülern, Eltern oder anderen Ausbildern. Nach dieser Phase geht es in die Umrissplanung.
- Umrissplanung: Hier werden einzelne Unterrichtseinheiten auf Grundlage der oben genannten Perspektivplanung im Umriss vorbereitet und durchdacht. Wichtig ist hierbei die Formulierung der Unterrichtsziele, die Ausgangslage der Schüler und des Lehrers (auch: anthropogene und soziokulturelle Voraussetzungen).
- Prozessplanung: Hier werden Unterrichtsschritte, Methoden, Kommunikations- und Arbeitsformen im einzelnen festgelegt. Es ist ein Entwurf des Handlungsablaufes. Außerdem umfasst die Prozessplanung Aspekte wie den Zeitbedarf, Lehr- und Lernziele, alternative Planungsvarianten, Hilfen und Kontrollen.
- Planungskorrektur: Während der Realisierung des Planes werden nicht vorhergesehene Planungswirkungen korrigiert. Somit kommt es zu einer Steuerung der Planausführung.
Folgende Fragen stehen bei der Erarbeitung von Unterricht außerdem im Mittelpunkt:
- Was soll gelehrt / gelernt werden?
Hier handelt es sich um Unterrichtsziele, die Intentionen des Lehrers (was will ich z.B. auch ethisch bewirken?) als auch die Unterrichtsthemen (bezogen auf den Lehrplan) betreffen. - Wer lernt hier etwas, von wem belehrt?
Damit ist die konkrete Ausgangslage (AUCH: anthropogene und sozio-kulturelle Ausgangsbedingungen) der Unterrichtsteilnehmer (Schüler wie Lehrer) gemeint, z.B. ihre Beweggründe, Vorerfahrungen, Kenntnisse etc. - Auf welche Weise wird das, was für Menschen mit dieser Ausgangslage als Ziel ermittelt wurde, am besten erreicht – mit welchen Vermittlungsvariablen?
Damit sind Methoden gemeint, d.h. wie der Lehrer etwas am gewinnbringendsten für die Lernenden herüberbringen kann.
Wie stellt man fest, ob der Unterricht erfolgreich war?
Woran soll der Lernfortschritt erkannt werden, wer überprüft ihn, mit welchen Evaluationsverfahren? Nun gibt es hierbei noch Aspekte zu beachten, die den Lernprozess bedingen:
- Institutionelle Bedingungen: z.B. curriculare Vorgaben der Lehrpläne und Beschlüsse der Fachkonferenz
- Gesellschaftliche Bedingungen (Welt - und Selbstverständnis aller schulbezogen Handelnden)



